Die Website des Förderkreises Jüdisches Lehrerhaus Schenklengsfeld e.V.
Startseite
Aktuell
Förderkreis
Links
Kontakt
Impressum

plaut

Zvi und Aviva Plaut
im JudaicaMuseum, Juli 2011

haus von plaut

Haus Plaut in Schenklengsfeld

Wiedersehen mit Schenklengsfeld,
zum Beispiel Heinz Plaut, geb. 1934 in Schenklengsfeld

     Im Juli des Jahres bekamen wir einen zwar angemeldeten aber dennoch unerwarteten Besuch aus Israel. Heinz (jetzt Zvi) Plaut besuchte mit seiner Frau Aviva seine Kinderheimat. Die Vorfahren der Familie Plaut lebten schon vor dem Jahre 1800 in Schenklengsfeld und wohnten im Haus Nr. 83, jetzt Landecker Str. 10. Das Fachwerkhaus stand gegenüber der Apotheke und beherbergte nach dem Krieg die Filiale der Sparkasse. Es musste Mitte der 1960-er Jahre einem Neubau weichen.
Die Eltern von Heinz Plaut waren Hermann und Renate Plaut, geb. Lindheimer, die im Februar 1933 geheiratet hatten und bei Hermanns Eltern Jakob Plaut II und seiner Ehefrau Johanna wohnten. Am 24. Januar 1934 wurde ihr erster Sohn Heinz geboren. Haus und Familie waren in Schenklengsfeld als „Susmanns Jakob“ bekannt, und zwar nach dem Vater von Jakob, Susmann Plaut. Von der Vertreibungspolitik der Nazis waren neben rund 32 anderen jüdischen Familien in Schenklengsfeld auch die Plauts betroffen, die 
offensichtlich schon relativ früh Auswanderungspläne beschlossen hatten. Anfang November 1935 meldeten sich Hermann und Renate Plaut mit Kind Heinz nach Aachen ab. Es darf vermutet werden, dass sie von hier – wie es viele Emigranten damals auch planten - die belgische Grenze illegal für ihre Freiheit überschreiten wollten. Die junge Familie kam laut Einwohnermeldebuch Schenklengsfeld aber schon Mitte Januar 1936 nach Schenklengsfeld zurück, um dann mit den Eltern im Sommer 1936 nach Frankfurt zu ziehen. Von hier bereiteten sie alle ihre Emigration nach dem damaligen Palästina (heute Israel) vor, was ihnen schließlich in 1937 auch gelang.
Die beiden Familien Plaut wohnten in der Nähe von Tel Aviv, wo Heinz, inzwischen Zvi mit Vornamen, seine Schul- und Hochschulausbildung erhielt.
Zvi Plaut promovierte im Fach Biochemie am Ben Gurion Institut der Universität Tel Aviv, wo er später auch als Professor und Forscher tätig war. Mit seinen Forschungsergebnissen über das Wachstum der Pflanzen unter Stressbedingungen errang er internationale Anerkennung, was ihn zu Gastprofessuren in die USA und nach England und auch zu Fachtagungen nach Berlin brachte. Wir haben Zvi Plaut als einen bescheidenen Menschen kennen gelernt, der ohne Groll und Vorurteile seinen Geburtsort „besichtigte“. Vor kurzem hat er uns für das JudaicaMuseum einen über 100 Jahre alten Pessach-Wandbehang aus dem Besitz seiner Großeltern zugeschickt. Übrigens: Von den wissenschaftlichen Leistungen unseres Gastes haben wir erst später aus dem Internet erfahren, nämlich bei Google unter der Eingabe „Dr. Zvi Plaut“.
(Karl Honikel)

Kontakt:
Karl Honikel
06629-7736
copyright 2010Copyright © 2010
Förderkreis
Jüdisches Lehrerhaus e.V.
Schenklengsfeld